Sinnvoll und nachhaltig investieren in die Welt der Generation Y

    Investieren in Nachhaltigkeit und für nachhaltige Projekte: Das ist einer der grossen Megatrends bei Business Angels und Investorinnen und Investoren. Dabei geht es um das gute Gefühl «sinnvoll» investiert zu haben. Aber auch darum, nebst einer positiven ökologischen und sozialen Wirkung auch finanzielle Rendite zu erzielen. Denn viele wollen so ihre Wertvorstellungen und Lebensziele in Ihre Vermögensanlagen einbeziehen. Im Visier der Investierenden ist die Generation Y und Projekte oder Startups wie beispielsweise Stream by Stream.

    (Bild: PEXELS) Klarer Trend: Investieren in Bereiche, welche die Wertevorstellungen der Generation Y und X und deren Startups bedienen.

    Ja, die «Millenials» – oder besser bekannt als Generation Y. Sie sind für Investierende  eine wichtige Zielgruppe. Viele Investitionen in Startups wurden in den letzten Jahren auf die Bedürfnisse der Zielgruppe der Generationen X und Y angepasst und optimiert. Es gilt, die 20+ Generation emotional zu erreichen, denn die Menschen der Generation Y sind die Sinnsucher per se. «Vor allem die Millennials wollen Selbstwirksamkeit spüren und nicht zum Spielball Dritter werden. Sie wollen Spuren hinterlassen und Teil von etwas Bedeutendem sein. Und sie fragen sich ständig, ob das, was sie tun, sinnvoll ist.» Das sagt Anne M. Schüller. Sie gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmenstransformation. Dieser Mindset fördert die Innovationskraft. Diese wird immer häufiger in Projekte und Unternehmungen gesteckt, welche eine Nachhaltigkeitskultur verkörpern und leben. 

    Viele Investorinnen und Investoren wollen selbst auch mit ihrem Geld den Nachhaltigkeitsprojekten Schub verpassen und bestenfalls dabei etwas verdienen. Da verwundert es kaum, dass Investitionen in eine Idee oder ein Unternehmen boomen, wo die Wertehaltungen auch zur eigenen Philosophie passen. So verpflichtet man sich einer sinnvollen und nachhaltigen Idee. Vorrang hat bei vielen Investitionswilligen eben dieser Drang nach Nachhaltigkeit und Sinnstiftung. Wie aber findet man solche «Investment Jackpots», ohne dass man einem so genannten «Greenwashing» aufsitzt? Welche Investments passen und wie kann man die Chancen und Risiken evaluieren? Da stossen selbst erfahrene Investorinnen und Investoren bald mal an ihre Grenzen. 

    (Bild: PEXELS) Ein gutes, aktuelles Beispiel für eine auf die Zielgruppe der Generation Y ausgerichtete Investition ist der Bereich Streaming.

    Wertvorstellungen und entsprechende Wirkungsziele
    Nils Herold und Serge Mion sind hierbei national und international gefragte Leute bei einer deutlich im Steigflug befindlichen Nachfrage bezüglich solcher Vermögensanlagen. Das Ziel: Zusätzlich zu einer finanziellen Rendite eine positive ökologische und soziale Wirkung zu erzielen. Viele wollen ihre Wertvorstellungen und Lebensziele in Ihre Vermögensanlagen einbeziehen. Eine Vermögensanlageberatung sei auf Wirkungsorientierung fokussiert und durch eine Handlung eine Veränderung einer bestehenden Situation bewirkt werden. Andererseits soll auch Sicherheit gewährleistet sein, indem in der Angebotsvielfalt diejenigen Anlagelösungen ausgewählt, mit denen tatsächlich eine positive Veränderung in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft erzielt werden kann. Mit wirkungsorientierten Vermögensanlagen leistet man also somit einen Beitrag beispielsweise zur Minderung der Verschmutzung durch Produktion und Konsum, zur Förderung der Biodiversität, zur Verbesserung des Gesundheitswesens oder zur Beseitigung der sozialen Ungleichheit. Denn wirkungsorientierte Vermögensanlagen leisten einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft.

    Investieren in Produkte und Unternehmen der Zukunft
    Ein gutes, aktuelles Beispiel für eine auf die Zielgruppe der Generation Y ausgerichtete Investition ist der Bereich Streaming. Die Musikindustrie verdankt dank Streaming ihr Wachstum. Musik hören über Streaming hat sich seit Jahren im normalen routinierten Mediennutzungsverhalten der Menschen etabliert. Unangefochtener Umsatztreiber ist das Audio- und Video-Streaming. Verstärkt wurde dieses Wachstum, weil erstmals die Umsätze aus Social Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram in die Statistik eingeflossen sind. In der Jugendkultur und im Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen (aber nicht allein bei dieser Zielgruppe…) ist ein fleissiges Streamingverhalten Usus. In Sachen Musik und Podcasting ist Spotify der Marktführer. 

    (Bild: zVg) Das junge Unternehmerduo Easnadh Reddington und Timon Spoerndli hat mit Stream by Stream ein Non-Profit Startup gegründet, das sich einer ganz besonderen Frage der Sinnhaftigkeit stellt und das Thema Nachhaltigkeit zu 100 Prozent lebt.

    Aber Streaming braucht Energie – viel Energie. Das ist eigentlich nicht im Sinne einer immer breiter werdenden Community, welche sich um das Thema Nachhaltigkeit kümmert. Ist deshalb Streaming schlecht für den ökologischen Fussabdruck? Nicht unbedingt, wenn man die Sache so anpackt wie das junge Unternehmerduo Easnadh Reddington und Timon Spoerndli. Sie haben ein Non-Profit Startup gegründet, das sich einer ganz besonderen Frage der Sinnhaftigkeit stellt und das Thema Nachhaltigkeit nicht nur posaunt, sondern auch lebt. Und darum geht es:  Künstler*innen, die interessiert sind, einen Teil ihrer Streaming-Einnahmen für die Wiederaufforstung unseres Planeten zu stecken, kommen auf die Stream by Stream Playlists. Diese haben die Möglichkeit, ein Drittel ihrer Streaming-Einnahmen oder lediglich die Streaming-Einnahmen zu spenden. Die Spende geht an OneTreePlanted. Die in Vermont, USA, ansässige gemeinnützige Organisation führt Baumpflanzprojekte in der ganzen Welt durch. Mit Hilfe von Botanikern und Geographen sind sie in der Lage, die Bäume dort zu pflanzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Wenn man also die Playlists hört, werden nicht nur die Lieblingskünstler:innen,  sondern auch die Wiederaufforstung unterstützt. In Zukunft sollen auch andere Projekte wie Trinkwasser, Ozeane und humanitäre Hilfe einbezogen werden.

    Stärker von Sozial- und Umwelt­bewusstsein geprägt
    Fazit: Solche Projekte und Startup Business Cases wecken das Interesse der Investierenden. 2.3 Milliarden Dollar jährlich haben die «Millenials» in den letzten Jahren investiert und sie arbeiten zudem bei Unternehmen, die nachhaltige Strategien verfolgen. Die Kaufentscheidungen sind von stärkerem Sozial- und Umweltbewusstsein geprägt. Kommt hinzu, dass neuere Studien zum Ergebnis kommen, dass in mehr als 90 Prozent nachhaltige Anlagen nicht mit finanziellen Nachteilen einhergehen. Über die Hälfte der Studien unterstreichen eine positive Korrelation zwischen Nachhaltigkeit und finanziellem Ergebnis. Zudem zeige sich, sagen Fachleute, dass insbesondere am Anleihemarkt nachhaltige Investments sogar ein geringeres Risiko aufweisen. Einer dieser Fachleute ist Timo Busch, Professor für BWL an der Universität Hamburg. Er schreibt  in seinen Essays, dass die Nachfrage gross sei und immer mehr Produkte und Projekte für solche Investments zur Verfügung stünden. Nachhaltigkeit sei jetzt schon Mainstream. 

    JoW


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